Stoppt die totale Vermarktung von Fußball
Nach jüngsten Erlebnissen des Rücksichtslosen Vorgangs der DFL, des DFB und der Landesverbände gegenüber der Basis (dem reell noch existierenden Amateursports), z.B. was das dritte Bundesligaspiel am Fußballsonntag anbetrifft, gibt es für mich nur eine Lösung:
Den Amateursport so attraktiv wie möglich für Zuschauer und Sponsoren zu machen und damit einen deutlichen Beitrag zur Gesundung der Gesellschaft leisten. Im Übrigen sind andere Sportarten sowie Kunst- und Kulturorgane von dieser Konzentration der Werbebudgets noch schlimmer betroffen als der Amateurfußball und verdienen ebenso in der Zukunft unsere verstärkte Aufmerksamkeit.
Volkswirtschaftlicher Schaden durch unkontrolliertes Fernsehen
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in erster Linie durch Sendungen, die direkt oder indirekt mit dem Fernseh-Fußball zusammenhängen:
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Keine aktive Teilname mehr im Sportverein, kein Engagement im Ehrenamt: Ehrenamtliche Arbeit entspricht bei einem Stundenlohn von 7,5 € 35 Milliarden €/Jahr. Die Mitwirkung am Ehrenamt wird immer geringer, dadurch dass die Motivation für Aktivitäten im Verein mit dem Angebot im Fernsehen schwindet.
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Die Wahrnehmungsfähigkeit leidet, die schulischen Leistungen werden schlechter, es wird weniger gelesen. Der Staat muss mehr in Bildung investieren um das auszugleichen, was ihm nicht gelingen wird. Auch der wirtschaftliche Schaden in Familien durch Nachhilfestunden o.Ä. ist erheblich.
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Das Aggressionspotential steigt durch die Polarisierung in „Winner“ und „Looser“. Aus gleichem Grund sinkt die Energie, sich gegen drohende Missstände zu stemmen.
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Wenige verdienen viel, Fussballstars (was im sinnvollen Rahmen in Ordnung ist), Weltunternehmen im Zuge der globalen Werbung über Fußball, Funktionäre, Lotto-Anbieter…Daher sinkt die Kaufkraft des Bürgers. Arbeitsplätze werden in Billiglohnländer verschoben.
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Gesundheitliche Schäden bei Übermaß an Fernsehen und weniger aktiven Sport.
Verlust der Identifikation mit Mannschaften
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Weniger Freude am Fußball durch Überfrachtung! Wenn täglich Fußball über die Fernsehsender ausgestrahlt wird, ist es nicht mehr so interessant. Man freut sich nicht wie früher über Highlight des Monats, das Europapokalspiel zwischen St.Etienne und Bayern München, man erwartet nicht mit Spannung das Wochenende, wo der heimatliche Verein in der Bundesliga oder zweiten Liga spielt.
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Es spielen keine Jungen Leute aus der Region. Meistens sind sie nicht einmal aus Deutschland. Dabei werden Spieler mit Migrationshintergrund, die aber in der Region aufgewachsen sind, positiv wahrgenommen, es sind Leute „von uns“. Auch ein lange mit dem Verein verbundener Spieler (Dede bei Borussia Dortmund) ist herzlich willkommen. 2 bis 3 ausländische Spieler sind sicherlich immer eine Bereicherung, sind auch eine gute Übung für Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Akzeptanz der anderen Spieler und der Fans aus der jeweiligen Region.
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Es kommen immer mehr Zuschauer ins Stadion, die wegen des „sehen und gesehen werden“ das Spiel begleiten, ohne sich wirklich für den Sport zu interessieren. Das Resultat ist, dass das Zugeständnis eines schlechten Passes oder eines schlechten Spieles, wie es früher bei echten Fans existierte, nicht mehr vorhanden ist. Es wird unmittelbar gepfiffen, wenn ein Spiel oder ein Spieler nicht sein bestes Niveau erreicht. Das ist nicht leistungs- und identifikationsfördernd.
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Vertrauensverlust bei den Fans durch wirtschaftliche Vabanquespiele. Was passieren kann, wenn selbsternannte Unternehmer am großen Rad drehen wollen, kann man über „FC United of Manchester“ lesen. Fans neben Abstand von ihrem jahrelang geliebten Verein und gründen einen Alternativverein.
Genau so habe ich es leider auch machen müssen, auch wenn ich nichts neu gegründet habe sondern mich auf ein bereits gut funktionierendes Projekt aufgeschwungen habe. Wenn dies Schule macht, werden vielleicht einige wieder auf den Boden zurückgeholt.
Möglicherweise sollten einige Vereine auch einmal auf den Leumund ihres Sponsors achten und prüfen, ob die Geschäftspraxis des Sponsors mit den Grundsätzen des Sportes zu vereinbaren sind. Aber das macht man gewöhnlich dann, wenn es zu spät ist, wie wir in Göthes Faust nachlesen könnten, wenn wir des Lesens mächtig wären.
Auch für Fußball muss deutsches und internationales Recht gelten
1. Missachtung des Kartellamtes
Das Kartellamt ist ein Organ des öffentlichen Rechts, welches den Wettbewerb aufrechterhalten und Monopole und damit unvermeidbare Abhängigkeitsverhältnisse zerschlagen oder verhindern soll. Die DFL, vertreten durch Herrn Dr. Rauball, möchte das nicht akzeptieren, da sie um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs bangt. Wie kann es sein, dass die DFL der Ansicht ist, sie könne sich im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Solidargemeinschaft Bundesrepublik Deutschland über solche Rahmenbedingungen hinwegsetzen? Wird sich morgen die Bayer AG um das bezahlen von Steuern winden, mit dem Vorwand sie sei dann im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig? Wo kommen wir dann hin? Es werfen sich einige Fragen auf.
Wenn man unbedingt exzessiv vermarkten will, kann man sich gesetzeskonform verhalten, wie es z.B. in Spanien der Fall ist. Jeder Verein schließt eigene Verträge ab, es gibt also kein Monopol. Sind spanische Vereine konkurrenzfähig? Bitte urteilen Sie selbst.
Ist es erstrebenswert, mit dem englischen Fußball wettbewerbsfähig zu sein?
Wollten wir wirklich 11 Franzosen und einen Elsässischen Trainer in einer Mannschaft von Arsenal, wenn wir Arsenalfans wären?
Wird sich das positiv auf die Resultate unserer Nationalmannschaft auswirken, wenn nur Legionäre spielen?
Ist es wirklich so, dass man mit Gehältern von 1 Millionen Euro / Jahr schlechter spielt als mit Gehältern von 10 Millionen Euro?
Fakt ist, dass sowohl Spieler mit 1 Mio Jahresgehalt (Immel) als auch Spieler mit 10 Mio Jahresgehalt (Ronaldo) es schaffen, am Ende mit Nichts dazustehen.
Wäre nicht eine gute Beratung hinsichtlich der Anlage von Geld und eine Vermittlung von Werten jenseits des Luxus-Statussymbols und des Boxen-Luders deutlich zielführender als noch „eine Schippe“ draufzulegen? Würde der Spieler nicht bleiben wollen, wenn man ihm Sicherheit und Gemeinschaft bietet?
Und wie sieht es aus mit der guten sportlichen und beruflichen Ausbildung unsere Kicker? Seit Herrn Klinsmann wird Fußball intelligent gearbeitet. Herr Hopp hat es gemeinsam mit Herrn Rangnick umgesetzt. Böse Zungen und Neider meinen jetzt: Geld schießt Tore. Wenn dem so wäre, müssten die die weit mehr investiert haben als Herr Hopp ja in den letzten Jahren mehrfache Deutsche Meister geworden sein und darüber hinaus international erfolgreich: Die Aktiengesellschaften Borussia Dortmund und Schalke 04, die Konzernmannschaften Bayer 04 Leverkusen und VW (VFL) Wolfsburg. Herr Hopp hat gezeigt, dass er mit relativ wenig Mitteln und viel Intelligenz einen funktionierenden Fußballverein von internationalem Rang aus dem nichts bauen kann. Investieren in Steine (Jugendabteilung, Stadion usw.) und nicht in Beine. Zum hundertjährigen Jubiläum von 1899 Hoffenheim kommt nicht Barcelona, sondern eine Auswahl der besten Amateure der Region. Das schafft die Gemeinschaft, die wir aktiven Sportler und Fans suchen. Da kann man dann auch mal zu Hause verlieren, ohne dass jemand pfeift.
Denn Wir sind Wir. Und das haben auch die Bayern immer auf ihrer Sprache gesagt: „Mir san Mir“. Denn auch dort wird vernünftig gearbeitet. Natürlich ist es so, dass jemand der durch harte Arbeit erfolgreich ist, viele Neider hat. Da lebt es sich schon leichter, wenn man zigarrenrauchender Weise mit den Geldern der Aktionäre um sich schmeißt und beim Scheitern noch bedauert wird, weil man viel Pech im Spiel hatte.
Will der Fußballzuschauer der gerade ALG2 oder 1.500 € brutto bekommt (nicht verdient) eigentlich so eine Entwicklung?
Ja, er will! Weil ihm über die unsäglich dreisten Suggestionen im Fußballfernsehen vermittelt wird, dass er Teil vom Ganzen ist. Er - der geschätzte Fan - zahlt durch sein Fernseh-Abo und das Konsumieren der angepriesenen Produkte (Bier, Cola, Chips, Fan-Shirt jährlich, gelben Strom, grünen Mobilfunk…) seine Eintrittskarte zur voyeuristischen Kamera in nächster Nähe der Spieler und Stars. Wer von den Zuschauern im Stadion kann schon in die Kabine der Spieler gehen? Da sitze ich doch lieber im Warmen und gehöre dazu. I
2. Missachtung des Rechtes auf Pressefreiheit
Wie kann es sein, dass ein Sepp Blatter, bekannt als starker „Befürworter“ der Produkte von Adidas (um es einmal milde auszudrücken), bei Pressekonferenzen Journalisten mit unerwünschten Fragen des Saales verweist? Das würde nicht einmal ein Bundeskanzler/in eines demokratischen Staates wagen.
3. Wettbewerbsverzerrung
Der Fußball soll wettbewerbsfähig bleiben? Dann fangen wir doch am besten am Kopfe an: bei der FiFa. Der Fußball der Firma Derby-Star vom deutschen Niederrhein erfüllt schon seit über einem Jahr die von der FiFa geforderten Kriterien der elektronischen Erkennung bei Torlinienüberschreitung. Da aber die vorab bereits beschriebenen Vorlieben für andere Anbieter dominieren, wird einfach behauptet, die Ausschreibung sei noch nicht genau formuliert, man müsse sich noch etwas gedulden. Solange, bis auch der bevorzugte Anbieter von Fußbällen technisch in der Lage ist, das Sportgerät zu bauen. Macht ja nichts, Wembley-Tore geben sowieso Gesprächsstoff für Jahre und da wollten wir ja eigentlich wieder hin: Zu zwischenmenschlichen Gesprächen über unseren Lieblingssport und zwar ohne Fernseher…Schade ist nur, dass der Fußballzuschauer wenig von dem vorgelebt bekommt, was den Sport ursprünglich prägte: Fairplay, Respekt und Kameradschaft.
