Vox Populi... Heil und der Kaiser
Keine Bange, ich will mitnichten einen römischen Imperator oder ein gekröntes Haupt begrüßen.
Der Eine heißt tatsächlich Heil und ist seines Zeichens Generalsekretär jener Partei, die sich Sozialdemokratische Partei Deutschlands (?) nennt.
Der andere, genannt Kaiser, ist auch als Franz Beckenbauer bekannt. Er hört gerne dieses Attribut und führt sich manchmal auch so auf.
Doch der Reihe nach.
Der SPD-General hat unlängst auch seinen Senf zur aktuellen Lage geben müssen.
Er mußte es tun, sonst würden die Leutchen im Lande ja glauben, er würde sein Brot durch Arbeit verdienen.
Lediglich, was er da von sich gab, kann der denkende Mensch nicht so im Raume stehen lassen.
Zunächst nennt er die Kanzlerin - natürlich hinsichtlich der Bundestagswahl und um die geringen Chancen des SPD-Kronprinzen zu erhöhen - opportunistisch.
Wie man weis, bedeutet dies, dass man sein Handeln danach richtet, was im Augenblick günstig, vorteilhaft ist. Kurz gesagt ist Opportunismus eine Anpassung an die jeweilige Lage.
Was in aller Welt, Herr Heil, macht denn die SPD seit der unseligen Schröder/Fischer-Zeit??
Es wird doch nur gewurschtelt, von einem Augenblick zum anderen. Programme werden erstellt und noch schneller wieder gekippt. Eine Politik, wie sie der Name der SPD eigentlich verspricht, ist doch schon ewig mit Ihrer Partei nicht mehr zu machen!
Denken Sie doch nur einmal an die Aussage Ihres Vorsitzenden: ‘Eine Steuersenkung für Wohlhabende wird es nicht geben’ (vorgetragen in bester Alfred-Tetzlaff-Manier).
Eine Steuererleichterung würde doch auch - und überwiegend - die Bezieher der mittleren und kleinen Einkommen entlasten. Aber dies will ja die “soziale” Partei Deutschlands nicht!!
Dann der Clou seiner Aussagen: Frau Merkel solle doch bittschön ihren laschen Führungsstil forcieren und die CSU (hauptsächlich den Seehofer) an die Kandare legen. So ein Humbug aus dem Munde eines Parteioberen, dessen eigener Laden in alle Richtungen nicht nur offen, sondern auch total indisponiert ist (sehr freundlich ausgedrückt). Jeder Gauhäuptling der SPD kocht doch sein eigenes Süppchen, die Zutaten besorgt man sich im Supermarkt der Meinungslosen.
Und wenn alles nichts nutzt, wird einfach der Parteivorsitzende in die Wüste geschickt.
Auch in der SPD, wie in allen anderen Parteien, gibt es noch jede Menge - ich benutze jetzt das Wort des Generals - Opportunisten, die noch kein Amt innehaben. Und was soll’s, klappt es nicht, ein paar Heckenschützen stehen schon parat.
Ist ja auch verständlich. Denn hier wie dort gibt es in Deutschlands Parteienlandschaft nur noch drei Ziele:
- an die Macht kommen;
- an der Macht bleiben;
- egal wie und mit wem.
Sollten Sie, Herr Heil, mal etwas Gescheites sagen, warnen Sie mich bitte vorher, nicht dass ich all zu sehr überrascht bin.
Nun zu Deutschlands amtierenden Kaiser, der wie ein jeder weiß, ein begnadeter Fußballspieler war und sich um diesen Sport weltweit verdient gemacht hat.
Er spielte, wie es Pelé einmal ausdrückte, überirdisch. Nun wollte man ihn im Bayernland natürlich nicht göttlich nennen, dazu ist dieses Völkchen viel zu bescheiden, was sich ja schon in ihrer Ausdrucksweise bemerkbar macht (siehe Beitrag Fingerhakeln und die Politik).
Der Franzl aber muss neulich einen sehr schlechten, einer Majestät unwürdigen, Tag gehabt haben. Hat er doch kundgetan, dass die Hoffenheimer ganz einfach größenwahnsinnig sind!
Warum eigentlich, lieber Franzl?
Spürt der gottsallmächtige FC Bayern München einen scharfen Wind im Gesicht?
Habt ihr an der Isar etwa Angst, eure Schüsselsammlung würde nicht bereichert?
Ich finde, ein so großer Sportsmann wie Sie es sind, dürfte sich eine solche Entgleisung ( wie übrigens Ihr Manager etliche Wochen vorher) eigentlich nicht leisten.
Wissen Sie eigentlich, dass die Hoffenheimer Fußballer einen ähnlichen Aufstieg hinter sich haben wie Ihr Verein? Aus den “unteren” Klassen bis an die Spitze des Bundesliga, das finden die meisten ganz einfach toll - und nicht größenwahnsinnig!!
Dass der Manager des FCB schon des öfteren gegen andere Vereine ausfällig wurde, ist fast schon alltäglich, hat aber im Bereich des Sportes nichts verloren, auch wenn man den Gegner einschüchtern und sich selbst, mindestens verbal, stärken will.
Oder haben Sie etwa vergessen, dass es einen Verein gibt, der mit Vorliebe den Konkurrenten die Spieler wegkauft, um sie dann oft zu Edelreservisten zu verurteilen, nur, damit sie keine Tore mehr gegen den neuen Verein erzielen können?
Wie nenn Sie das, bittschön?
Größenwahnsinn oder Dekadenz?
Sie können mir persönlich und allen Sportsfreunden in Deutschland einen großen Gefallen tun: Entschuldigen Sie sich bitte bei den von Ihnen so Geschmähten oder aber ich werde mir Ihre Handyreklame nicht mehr anschauen, gleich ob es nun schon wieder Weihnachten ist oder nicht.
