Wieder ein Ehrenmann - der nicht genug kriegen kann!
Als Sohn einer wohlhabenden Unternehmerfamilie geboren, eine steile Karriere unter anderem mit Stationen bei McKinsey, Quelle und der Deutschen Post. Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom und zudem noch in den Aufsichtsräten der Allianz, Deutschen Lufthansa, Morgan Stanley und Arcandor (ehemals KarstadtQuelle). Er saß damit bei den größten und bedeutendsten privatisierten deutschen Staatsbetrieben – ob Postdienst, Postbank, Telekom oder Lufthansa – wenigstens im Kontrollgremium.
"Was für eine Visitenkarte" denkt sich da doch jeder auf den ersten Blick. Und auch der zweite Blick lässt diesen Mann in einem strahlenden Licht erscheinen:
Im Jahre 2000 ausgezeichnet mit dem Bambi, 2001 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz, 2003 vom Deutschen Manager Magazin zum Manager des Jahres gewählt und 2007 erhielt er den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
Wow! Vor so einem Mann könnte man doch wirklich den Hut ziehen oder?
Solch eine erfolgreiche Karriere und solche bedeutende Auszeichnungen – und doch kriminell und vorbestraft: Klaus Zumwinkel!
„Nach einer Durchsung in seinem Privathaus am Morgen des 14. Februar 2008 wurden Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft gegen Zumwinkel öffentlich. Durchsucht wurde gleichzeitig das Büro des Managers in der Konzernzentrale im Bonner Post Tower. Ihm wurde Steuerhinterziehung in Höhe von einer Million Euro zur Last gelegt. Die Ermittlungen standen im Zusammenhang mit Geldanlagen in einer speziellen Stiftung nach liechtensteinischem Recht über die LGT Bank. Da sich Zumwinkel kooperativ zeigte und einen Betrag von vier Millionen Euro als Sicherheitsleistung hinterlegte, wurde ein gegen ihn bestehender Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.
Am 26. Januar 2009 wurde Klaus Zumwinkel von der 12. großen Strafkammer des Landgerichts Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Zugleich erteilte das Gericht eine Bewährungsauflage, nach der ein Geldbetrag in Höhe von einer Million Euro zu zahlen ist. Zumwinkel hatte gestanden, über eine Stiftung in Liechtenstein Steuern in Höhe von knapp 970.000 Euro hinterzogen zu haben. Laut Anklage soll Zumwinkel in den Jahren 2001 bis 2007 sogar Abgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro hinterzogen haben. Bezüglich des Jahres 2001 ließ das Gericht die Anklage allerdings nicht zur Hauptverhandlung zu, weil die Tat verjährt war und die Verjährung nicht rechtzeitig unterbrochen wurde (ein Ermittlungsrichter hatte Beschlüsse 12 Stunden zu spät ausgefertigt).
Im Rahmen der Telekom-Bespitzelungsaffäre hat zudem die Staatsanwaltschaft Bonn Ermittlungen gegen Klaus Zumwinkel eingeleitet. Er steht im Verdacht, die Ausspähung von Telefondaten über mehr als ein Jahr lang angeordnet zu haben.“
Quelle: Wikipedia
Und nun ein letzter abschließender Blick auf die Person Zumwinkel und seine Machenschaften:
Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass Herr Zumwinkel sich seine Pensionsansprüche über 20 Millionen Euro von der Deutschen Post als Kapitalwahlrecht mit den Worten: „Ich bin doch nicht der einzige (...)“ hat auszahlen lassen.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Es handelt sich zum einen um eine schier unglaubliche Summe in Höhe von 20 Millionen und zum anderen um eine Pensionszahlung – also kein Lottogewinn oder sonst irgendein verrücktes Gewinnspiel.
Glück, das hat Klaus Zumwinkel zu Genüge gehabt, denn nicht jeder kommt als reicher Sohn zur Welt und erhält die Möglichkeit in der US-amerikanischen University of Pennsylvania seine Ausbildung abzuschließen. Aber ansonsten überlässt der Herr anscheinend nichts dem Glück, wie die Schlagzeilen der letzten Tage deutlich unter Beweis stellen.
Übrigens hat der feine Edelmann angekündigt, Deutschland zu verlassen, um auf Castello di Tenno zu residieren. Für die, die es nicht wissen: Castello di Tenno ist eine riesige Burg bzw. Burganlage, die sich Zumwinkel für ein paar Milliönchen erworben und umbauen lassen hat. Naja, dann kann man ja verstehen, dass er sich die Pension auszahlen lässt – so eine Burg hat ja immerhin einiges an Unterhaltungskosten.
Da wollen wir doch nur hoffen, dass er mit dem Geld auskommt, von Deutschland und unserer Wirtschaft fern bleibt, bevor er wieder irgendwo einsteigt und lange Finger macht.
Zum Schluss dürfen wir nicht vergessen die Politik zu erwähnen, die sich nun empört zeigt und vehement zu Wort meldet:
Sind Sie es nicht, die mitverantwortlich dafür sind, dass Zumwinkel seine unvergleichbar steile Karriere machen konnte? Daher ist es mehr als sinnvoll, wenn sich einige Damen und Herren zuerst vor den Spiegel stellen, bevor sie auf den aktuell „bösen Buben“ zeigen.
In der Hoffnung, dass wir alle zur Vernunft kommen: Ciao Herr Zumwinkel...
